Häufige Fragen zum Verbrauchsausweis Wohngebäude
- Warum heißt die EnEV jetzt GEG beziehungsweise GModG?
- Warum gibt es die Unterscheidung zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?
- Wann darf ich den Verbrauchsausweis nicht verwenden?
- Was hat es mit dem Energieverbrauchskennwert auf sich?
- Von welchen Faktoren werden die Werte im Verbrauchsausweis geprägt?
- Warum weichen die Werte im Ausweis von meinen Abrechnungen ab?
- Meine Abrechnungen decken Zeiträume ab, die länger oder kürzer als ein Jahr sind. Geht das trotzdem?
- Wir heizen zusätzlich mit einem Kaminofen. Wird das berücksichtigt?
- Welche Konsequenzen hat ein schlechter Energiekennwert?
- Bei mir fehlt die Seite 2 des Verbrauchsausweises. Wurde die vergessen?
- Kann ich den Verbrauchsausweis kostenlos oder selbst erstellen?
- Welche Vorteile bietet der Verbrauchsausweis?
- Gibt es auch Nachteile beim Verbrauchsausweis?
- In welchen Fällen kann der Verbrauchsausweis nicht ausgestellt werden?
- Wie lange ist der Energieausweis gültig?
- Gilt der vom Ingenieurbüro Cornelsen erstellte Energieausweis bundesweit?
- Was unterscheidet die Online-Bestellung von der Aufnahme vor Ort?
- Müssen die Modernisierungsempfehlungen umgesetzt werden?
- Ist der als PDF übermittelte Energieausweis ohne Originalunterschrift gültig?
- Gilt der Energieausweis auch als Schwarz-Weiß-Ausdruck?
- Wer bezahlt den Energieausweis in einer Eigentümergemeinschaft?
- Was ändert sich 2027 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz?
Weiterführende Informationen:
– Informationen zum Verbrauchsausweis
– Verbrauchsausweis Wohngebäude
– Statistiken zum Verbrauchsausweis Wohngebäude
Warum heißt die EnEV jetzt GEG beziehungsweise GModG?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat am 1. November 2020 die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz in einem Gesetz zusammengeführt. Seit dem 29. Juli 2026 heißt es Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Regeln zum Energieausweis stehen in den §§ 79 bis 88 GModG; den vollständigen Text finden Sie unter Gesetzestext GEG und GModG.
Warum gibt es die Unterscheidung zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?
Der Energieausweis wurde ab dem 1. Juli 2008 stufenweise eingeführt. Von Anfang an kennt das Gesetz zwei Berechnungswege: den verbrauchsbasierten Verbrauchsausweis und den aufwendigeren bedarfsbasierten Bedarfsausweis. Der Gesetzgeber wollte Vermietern und Verkäufern einen einfachen Weg bieten, der mit den vorhandenen Heizkostenabrechnungen auskommt.
Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Bewohner in den vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an. Der Bedarfsausweis bewertet die Bausubstanz und die Anlagentechnik unter genormten Bedingungen; bei Neubau und größeren Änderungen mit Gesamtbilanz ist er vorgeschrieben.
Wann darf ich den Verbrauchsausweis nicht verwenden?
Für die meisten Wohngebäude ist der Verbrauchsausweis bei Vermietung und Verkauf zulässig. Ein Bedarfsausweis ist Pflicht, wenn der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, das Gebäude nicht mehr als vier Wohnungen hat und es nicht mindestens auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977 gedämmt wurde (§ 80 Absatz 3 GModG). Für Neubauten ist der Bedarfsausweis seit 2002 vorgeschrieben.
Ab dem 1. Januar 2027 entfällt die Ausnahme für kleine Altbauten. Dann darf jedes Gebäude, das ausschließlich Wohnzwecken dient, bei Verkauf oder Vermietung den Verbrauchsausweis nutzen.
Was hat es mit dem Energieverbrauchskennwert auf sich?
Um den Energieverbrauchskennwert zu ermitteln, wird der tatsächliche Energieverbrauch für die Beheizung des Gebäudes mit einem standortbezogenen Klimafaktor bereinigt und durch die energetische Gebäudenutzfläche geteilt.
So führt ein hoher Verbrauch in einem einzelnen harten Winter nicht zu einer schlechteren Beurteilung des Gebäudes. Der tatsächliche Verbrauch kann deshalb vom Kennwert im Ausweis abweichen.
Von welchen Faktoren werden die Werte im Verbrauchsausweis geprägt?
Das Ergebnis hängt stark vom Nutzungsverhalten der Bewohner ab. Wird in einem energetisch schlechten Gebäude kaum geheizt, kann der Energieausweis trotzdem gut ausfallen.
Warum weichen die Werte im Ausweis von meinen Abrechnungen ab?
§ 82 Absatz 3 GModG verlangt eine Witterungsbereinigung des Heizenergieverbrauchs. Dafür veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst monatlich Klimafaktoren je Postleitzahl, die den Verbrauch eines Abrechnungszeitraums auf das langjährige Mittel am Referenzstandort Potsdam umrechnen. Ein milder Winter oder ein milder Standort erhöht den Kennwert, ein kalter senkt ihn.
In die Berechnung gehen ein:
- der Gebäudestandort über die Postleitzahl,
- die Abrechnungszeiträume der drei Jahre,
- die Klimafaktoren für diese Zeiträume und diesen Standort,
- der Mittelwert der drei bereinigten Jahresverbräuche.
Meine Abrechnungen decken Zeiträume ab, die länger oder kürzer als ein Jahr sind. Geht das trotzdem?
Ja. Entscheidend ist, dass die Abrechnungen zusammen drei zusammenhängende Jahre ergeben. Wir rechnen die Zeiträume auf drei gleich lange Perioden um.
Wir heizen zusätzlich mit einem Kaminofen. Wird das berücksichtigt?
Ja. Das Formular hat einen Eingabebereich für eine zusätzliche Heizquelle. Geben Sie die verbrauchte Holzmenge je Jahr an, zum Beispiel in Raummetern; wir rechnen sie in Kilowattstunden um.
Verbrauchsausweis Wohngebäude
- Drei zusammenhängende Jahresverbräuche der Heizung werden eingegeben.
- Wohnfläche, Baujahr des Gebäudes und Baujahr der Heizung werden eingegeben.
- Bei fast allen Wohngebäuden für Vermietung und Verkauf zulässig.
Welche Konsequenzen hat ein schlechter Energiekennwert?
Keine unmittelbaren. Der Energieausweis dient nach § 79 Absatz 1 GModG ausschließlich der Information. Ein schlechter Kennwert verpflichtet nicht zur Modernisierung, er kann aber Kaufpreis und Miete beeinflussen.
Bei mir fehlt die Seite 2 des Verbrauchsausweises. Wurde die vergessen?
Nein. Die Seite mit dem berechneten Energiebedarf gibt es nur im Bedarfsausweis. Der Verbrauchsausweis füllt stattdessen die Seite mit dem erfassten Energieverbrauch.
Kann ich den Verbrauchsausweis kostenlos oder selbst erstellen?
Nein. Ausstellen darf einen Energieausweis nur, wer nach § 88 GModG dazu berechtigt ist, etwa Architekten und Ingenieure oder Handwerksmeister mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Jeder Ausweis braucht außerdem eine Registriernummer des Deutschen Instituts für Bautechnik, die nur der Aussteller beantragen kann. Einen selbst ausgefüllten Vordruck dürfen Sie bei Verkauf oder Vermietung nicht verwenden.
Kostenlose Online-Rechner schätzen den Energieverbrauch eines Hauses, einen Energieausweis ersetzen sie nicht. Wer bei der Besichtigung keinen gültigen Ausweis vorlegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 10.000 € (§ 108 Absatz 2 GModG).
Den größten Teil der Arbeit können Sie trotzdem selbst erledigen: Beim Verbrauchsausweis geben Sie Ihre Verbrauchswerte, die Wohnfläche und die Baujahre online ein, wir prüfen die Angaben, stellen den Ausweis aus und registrieren ihn. Das ist der günstigste rechtssichere Weg, der Verbrauchsausweis Wohngebäude kostet bei uns ab 65 € inklusive Mehrwertsteuer.
Welche Vorteile bietet der Verbrauchsausweis?
Er ist günstig und die Eingabe ist überschaubar. Liegen drei zusammenhängende Heizkostenabrechnungen vor, bestellen Sie den Ausweis in wenigen Minuten über das Online-Formular.
Gibt es auch Nachteile beim Verbrauchsausweis?
Ja. Der Kennwert hängt vom Nutzungsverhalten ab und kann deshalb ungünstig ausfallen. Die Qualität von Gebäudehülle und Anlagentechnik geht nicht in die Bewertung ein, und als Grundlage für eine Sanierungsplanung taugt er nicht.
In welchen Fällen kann der Verbrauchsausweis nicht ausgestellt werden?
Wenn keine drei zusammenhängenden Abrechnungsjahre vorliegen, wenn das jüngste Abrechnungsjahr bei Ausstellung länger als 18 Monate zurückliegt oder wenn das Gebäude im Erfassungszeitraum überwiegend leer stand. Dazu kommt die Pflicht zum Bedarfsausweis für kleine unsanierte Altbauten (siehe oben). In diesen Fällen ist der Bedarfsausweis der Weg.
Wie lange ist der Energieausweis gültig?
Zehn Jahre ab dem Ausstellungsdatum (§ 79 Absatz 3 GModG), beim Verbrauchsausweis ebenso wie beim Bedarfsausweis.
Gilt der vom Ingenieurbüro Cornelsen erstellte Energieausweis bundesweit?
Ja. Der Energieausweis ist bundesrechtlich geregelt und gilt in jedem Bundesland, unabhängig vom Sitz des Ausstellers. Jeder Ausweis wird beim Deutschen Institut für Bautechnik registriert.
Verbrauchsausweis Wohngebäude
- Drei zusammenhängende Jahresverbräuche der Heizung werden eingegeben.
- Wohnfläche, Baujahr des Gebäudes und Baujahr der Heizung werden eingegeben.
- Bei fast allen Wohngebäuden für Vermietung und Verkauf zulässig.
Was unterscheidet die Online-Bestellung von der Aufnahme vor Ort?
Bei der Online-Bestellung stellen Sie die Daten bereit und haften nach § 83 Absatz 3 GModG für ihre Richtigkeit; wir prüfen sie auf Plausibilität und dürfen sie nicht verwenden, wenn Zweifel bestehen. Bei der Aufnahme vor Ort ermittelt der Ingenieur die Daten selbst und steht dafür ein. Der Ausweis ist in beiden Fällen derselbe; der Online-Weg ist günstiger, weil Ihre Angaben direkt weiterverarbeitet werden.
Müssen die Modernisierungsempfehlungen umgesetzt werden?
Nein. Die Empfehlungen informieren darüber, welche Maßnahmen sich für das Gebäude lohnen. Eine Pflicht zur Umsetzung begründen sie nicht.
Ist der als PDF übermittelte Energieausweis ohne Originalunterschrift gültig?
Ja. § 85 GModG verlangt Name, Anschrift, Berufsbezeichnung und Unterschrift des Ausstellers; die Unterschrift darf eigenhändig oder durch Nachbildung erfolgen. Unsere PDF-Ausweise tragen die nachgebildete Unterschrift und sind damit vollgültig.
Gilt der Energieausweis auch als Schwarz-Weiß-Ausdruck?
Der Energieausweis muss dem amtlichen Muster der Anlage 10 entsprechen, und das Muster ist farbig: Die Effizienzklasse wird auf der Farbskala abgelesen. Verwenden Sie deshalb das PDF oder einen Farbausdruck. Auf Wunsch schicken wir einen Qualitätsdruck per Post.
Wer bezahlt den Energieausweis in einer Eigentümergemeinschaft?
Der Energieausweis gilt für das ganze Gebäude. Der verkaufs- oder vermietungswillige Eigentümer muss dafür sorgen, dass er vorliegt; in der Regel lässt ihn die Verwaltung für das Haus ausstellen. Die Kosten trägt dann die Eigentümergemeinschaft, und jeder Eigentümer im Haus kann den Ausweis verwenden.
Was ändert sich 2027 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz?
Für reine Wohngebäude bleibt der Verbrauchsausweis zulässig. Ab dem 1. Januar 2027 wird der Verbrauch nach Energieträgern getrennt über zwei statt drei Abrechnungsjahre erhoben, die Pauschale für dezentrales Warmwasser sinkt auf 16 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, und die Ausnahme für kleine Altbauten entfällt. Für Nichtwohngebäude wird kein Verbrauchsausweis mehr ausgestellt. Einzelheiten stehen unter Energieausweis ab 2027.
Verbrauchsausweis Wohngebäude
- Drei zusammenhängende Jahresverbräuche der Heizung werden eingegeben.
- Wohnfläche, Baujahr des Gebäudes und Baujahr der Heizung werden eingegeben.
- Bei fast allen Wohngebäuden für Vermietung und Verkauf zulässig.
Stand: 31.10.2026. Fachlich geprüft von Dipl.-Ing. (FH) Jens Cornelsen, Energieausweis-Aussteller seit 2007.
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